Die coole Fasnacht der Kleinen ist zur Tradition geworden

       

Seit fünf Jahren hat Langnau statt einer Erwachsenen- eine Kinderfasnacht. Die Bilanz zum fünfjährigen Bestehen fällt positiv aus.

Kurz vor dem Umzug ist noch nicht viel von Fasnachtsstimmung zu spüren. Bei Minusgraden stehen die Besucher bibbernd am Strassenrand, die Hände tief in den Jackentaschen vergraben. Glücklich ist, wer sich ein Kostüm ausgesucht hat, das einigermassen vor der Kälte schützt. So wie zwei Frauen mit einem Kleinkind, die von Kopf bis Fuss in einem Teddybärenfell stecken. Jetzt hört man in der Ferne die ersten schrägen Klänge der Guggenmusik. Als dann die Thuner Seehüüler, welche den Umzug eröffnen, um die Ecke biegen, ist die Kälte schnell vergessen. Piraten, Prinzessinnen, Piloten und Clowns wippen im Takt der Guggenmusik und Konfetti fliegt in Massen durch die Luft.

Fest für junge Fasnächtler

Vor fünf Jahren stand die Langnauer Fasnacht vor dem Aus. Es kamen immer weniger Besucher und die ehemaligen Organisatoren wollten das Zepter an die nächste Generation übergeben. Die Suche blieb zunächst erfolglos und das Schicksal der Langnauer Fasnacht schien besiegelt. Dann erfuhren die beiden Pädagoginnen Eva Lauber und Monika Zimmermann von der Suche nach fasnachtsbegeisterten Organisationstalenten. «Für uns war von Anfang an klar, dass wir aus der Langnauer Fasnacht ein Kinderfest machen wollten», sagt Eva Lauber. Das neue Konzept fand grossen Anklang und die Kinderfasnacht ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Am diesjährigen Umzug liefen bereits sieben Guggen mit, darunter eine Kindergugge. Auch Pfadi- und Spielgruppen sowie viele Familien beteiligen sich am Umzug. «Uns freut vor allem, dass wir im Dorf auf grosse Akzeptanz stossen», sagt Eva Lauber. Das war nicht immer so. Als die Fastnacht in Langnau Einzug hielt, wurden immer wieder Stimmen laut, dass diese im reformierten Langnau nichts zu suchen habe. Bei der Kinderfasnacht hingegen sei dies anders gewesen. 

Mittlerweile ist der Umzug auf dem Viehmarktplatz angekommen. Die Guggen spielen noch einmal auf. Auch nicht typisch fasnächtliche Darbietungen, wie die von der Tanzgruppe Tanzwerkstatt, haben Platz. Danach folgte die mit Spannung erwartete Prämierung der Kostüme. Ausgezeichnet wurden Einzel-, Paar-, Gruppen- und Familienkostüme. Jubeln konnten zum Schluss eine Maus, Harry Potter samt Hogwarts-Klasse, zwei Teddybären und eine Grossmutter, welche von einer kleinen Piratin und einem kleinen Ritter begleitet wurde. «Wir sind auf einem guten Weg, dass die Kinderfasnacht in Langnau zur Tradition wird. Das freut mich», sagt Eva Lauber abschliessend. Der einzige Wermutstropfen war, dass die Fasnächtler wegen der Kälte nicht sehr ausdauernd waren. Nach den Prämierungen hatte die Bise die Fasnächtler vom Viehmarktplatz gefegt. 

01.03.2018 :: Barbara Badertscher

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